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Konsolidierungsprozess bei Rechenzentren in der dritten Phase

Köln, 18. Februar 2016 – Der weltweite Konsolidierungsprozess bei Rechenzentrumsbetreibern befindet sich derzeit in der Mitte der dritten Phase, sagt Dr. Béla Waldhauser, Leiter der Expertengruppe Datacenter Infrastruktur im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Begonnen hatte die erste Übernahmewelle mit dem Aufkauf von Databurg durch Telehouse, gefolgt von der Übernahme von Ancotel durch Equinix vor rund vier Jahren. Seitdem wurde Intergenia von Host Europe übernommen und Telecity wurde, nach der Ankündigung mit Interxion zu fusionieren, selbst von Equinix übernommen, die damit zum Weltmarktführer avancierte. Weiterhin hat NTT die Mehrheit von e-shelter gekauft. Verizon bietet derzeit rund 50 Datacenter weltweit zum Verkauf an und auch Centurylink sucht nach Käufern für seine Rechenzentren. Die Gründe für diese Entwicklung sind laut eco mannigfaltig: Die Bewertungen von Datacentern sind hoch, so dass sich der Verkauf für die Investoren lohnt, viele RZ-Anbieter wollen ihre „weißen Flecken“ auf der Erdkugel durch Aufkäufe abdecken beziehungsweise Ihre Marktposition ausbauen. Auf der anderen Seite wollen sich offensichtlich eine Reihe von Telekommunikationsanbietern von ihren RZ-Beteiligungen trennen, weil diese entweder nicht zum Kerngeschäft gehören, oder weil sie die Mittel schlichtweg für ihr Kerngeschäft benötigen.
 
Drei Übernahmewellen in der RZ-Branche
 
eco Experte Dr. Béla Waldhauser unterteilt die weltweiten Übernahmen in der RZ-Branche in drei Wellen. Die Erste entstand Mitte der 2000er aus der Notwendigkeit, die durch das Platzen der dot.com-Blase und dem Finanz-Crash in den frühen Neunzigern hervorgerufen wurde. Darauf folgten eine Phase des gesunden Wachstums und eine zweite Welle von Mergers & Acquisitions, die von strategischen „make or buy“-Entscheidungen angestoßen wurde. Die derzeitige dritte Welle zeichnet sich dadurch aus, dass Unternehmen danach streben, die Position an der Spitze des Feldes auszubauen oder zu erreichen. Große RZ-Betreiber kaufen kleinere auf, um sich strategische Vorteile zu sichern oder "mergen" mit gleich starken Unternehmen, um gemeinsam konkurrenzfähiger zu sein. Zusätzlich trennen sich einige Kommunikationsanbieter, wie Verizon und Centurylink, von ihren Datacenter Assets, um den Verkaufserlös weiter in ihr Kerngeschäft zu investieren.
 
Wachstumspotenzial im dynamischen Umfeld
 
Obwohl auf einigen Ebenen Konsolidierung eintritt, sieht Dr. Béla Waldhauser in vielen Bereichen der RZ-Industrie auch große Chancen zur Weiterentwicklung. „Die RZ-Branche hat immer noch ein riesiges Wachstumspotenzial in einem Umfeld, das sich rasend schnell verändert“, sagt Waldhauser. So sind die RZ-Anbieter heutzutage nicht mehr nur Lieferant von Fläche, Leistung und Kühlung, sondern die Aufgaben sind deutlich vielfältiger geworden. „Waren die Rechenzentren zu Beginn noch hauptsächlich Carrier Hotels mit niedriger Leistungsdichte, so beherbergen sie heute mehr und mehr Cloud-Anbieter mit wesentlich höherer Leistung pro Fläche und optimaler Energieeffizienz und spiegeln den neuesten Stand der Technik wider“, gibt Dr. Béla Waldhauser ein aktuelles Beispiel.
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