Wie wählt man den richtigen Colocation Anbieter aus?

Klaus Kühnel ·
Server-Rack mit blauen LED-Anzeigen in modernem Rechenzentrum-Korridor, Techniker prüft Ausrüstung im Hintergrund

Die Auswahl des richtigen Colocation-Anbieters ist eine strategische Entscheidung, die langfristig über die Leistungsfähigkeit und Sicherheit Ihrer IT-Infrastruktur entscheidet. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, aus einer Vielzahl von Rechenzentrumsanbietern denjenigen zu finden, der ihre spezifischen Anforderungen optimal erfüllt.

Ein qualifizierter Colocation-Provider sollte nicht nur technische Exzellenz bieten, sondern auch Flexibilität, Skalierbarkeit und erstklassigen Service. Die richtige Wahl kann Kosten senken, die Verfügbarkeit erhöhen und das Wachstum Ihres Unternehmens unterstützen.

Was ist Colocation, und warum brauchen Unternehmen einen externen Anbieter?

Colocation ist die Unterbringung eigener Server und IT-Hardware in einem externen Rechenzentrum, das professionelle Infrastruktur, Stromversorgung, Kühlung und Sicherheit bereitstellt. Unternehmen mieten dabei Stellfläche – von einzelnen Racks bis hin zu ganzen Stockwerken.

Externe Colocation-Anbieter bieten entscheidende Vorteile gegenüber eigenen Rechenzentren. Die Investitionskosten für den Aufbau einer professionellen Rechenzentrumsinfrastruktur sind erheblich und rechtfertigen sich oft nur bei sehr großen Unternehmen. Zudem gewährleisten spezialisierte Provider höhere Verfügbarkeitsraten, redundante Stromversorgung und professionelle Sicherheitsmaßnahmen, die intern schwer zu realisieren sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Anbindung an wichtige Internetknoten sowie die Verfügbarkeit verschiedener Carrier. Diese Konnektivitätsvielfalt ermöglicht bessere Performance und höhere Ausfallsicherheit für geschäftskritische Anwendungen.

Welche Kriterien sind bei der Auswahl eines Colocation-Anbieters entscheidend?

Die wichtigsten Auswahlkriterien für einen Colocation-Service umfassen Verfügbarkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit, Konnektivität und Servicequalität. Diese Faktoren bestimmen maßgeblich die Leistungsfähigkeit Ihrer ausgelagerten IT-Infrastruktur.

Bei der Verfügbarkeit sollten Sie auf SLA-Garantien von mindestens 99,9 % achten. Redundante Stromversorgung, unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und Notstromaggregate sind essenziell. Die Sicherheitsstandards sollten physische Zugangskontrollen, Videoüberwachung und Zertifizierungen wie ISO 27001 umfassen.

Die Skalierbarkeit ist besonders wichtig für wachsende Unternehmen. Prüfen Sie, ob sich die Stellfläche flexibel erweitern lässt und welche Vorlaufzeiten für zusätzliche Racks oder Bereiche gelten. Ein professioneller Remote-Hands-Service für Wartungsarbeiten rund um die Uhr kann operative Kosten erheblich reduzieren.

Wie viel kostet Colocation, und welche Preismodelle gibt es?

Colocation-Kosten variieren je nach Standort, Servicelevel und Umfang zwischen 100 und 1.000 Euro monatlich pro Rack. Die Preismodelle unterscheiden sich hauptsächlich nach Stellfläche, Stromverbrauch und zusätzlichen Services.

Die gängigsten Preismodelle sind die rackbasierte Abrechnung, bei der Sie für komplette 42-HE-Racks zahlen, oder Quarter-/Half-Rack-Modelle für kleinere Anforderungen. Viele Anbieter berechnen zusätzlich den Stromverbrauch separat, was bei energieintensiven Servern zu beachten ist.

Cage- oder Room-Colocation für größere Installationen wird meist nach Quadratmetern berechnet. Hier sind die Kosten pro Rack oft günstiger, erfordern aber höhere Mindestabnahmen. Zusätzliche Kosten entstehen für Cross-Connects, Remote-Hands-Services und erweiterte Monitoring-Leistungen.

Was ist der Unterschied zwischen verschiedenen Colocation-Modellen?

Die Hauptunterschiede zwischen Colocation-Modellen liegen in der Größe des gemieteten Bereichs und dem Grad der Isolation. Open Colocation bietet einzelne Racks in gemeinsamen Serverräumen, während dedizierte Bereiche private Cages oder Räume umfassen.

Open Colocation ist die kostengünstigste Variante, bei der Sie einzelne Racks in einem geteilten, aber gesicherten Serverraum mieten. Diese Lösung eignet sich für kleinere bis mittlere Installationen und bietet dennoch professionelle Infrastruktur und Sicherheit.

Dedizierte Colocation-Bereiche bieten mehr Privatsphäre und Kontrolle. Cage-Colocation umschließt Ihre Hardware mit separaten Gittern oder Wänden, während Private Suites komplette Räume oder sogar ganze Stockwerke umfassen können. Diese Modelle bieten höhere Sicherheit und Anpassungsmöglichkeiten, sind aber entsprechend teurer.

Worauf sollte man bei Standort und Anbindung des Rechenzentrums achten?

Der Standort des Rechenzentrums sollte geografische Nähe zu Ihren Nutzern, die Anbindung an wichtige Internetknoten und niedrige Latenzzeiten gewährleisten. Frankfurt beispielsweise bietet als europäischer Digital Hub optimale Konnektivität.

Die Anbindung an große Internet Exchange Points wie den DE-CIX ist entscheidend für Performance und Redundanz. Eine Vielzahl verfügbarer Carrier und Internet Service Provider ermöglicht flexible Netzwerkarchitekturen und bessere Verhandlungspositionen bei Bandbreitenkosten.

Berücksichtigen Sie auch regulatorische Aspekte des Standorts. Rechenzentren in Deutschland unterliegen den strengen Datenschutzbestimmungen der DSGVO, was für viele Unternehmen ein wichtiger Compliance-Faktor ist. Die politische Stabilität und rechtliche Sicherheit des Standorts beeinflussen langfristig die Planungssicherheit.

Wie prüft man die Zuverlässigkeit und Sicherheit eines Colocation-Anbieters?

Die Zuverlässigkeit eines Colocation-Anbieters lässt sich anhand von Zertifizierungen, Referenzen, SLA-Garantien und Transparenz bei Verfügbarkeitsstatistiken bewerten. Seriöse Provider verfügen über ISO-Zertifizierungen und eine dokumentierte Betriebshistorie.

Prüfen Sie vorhandene Zertifizierungen wie ISO 27001 für Informationssicherheit, ISO 9001 für Qualitätsmanagement oder branchenspezifische Standards. Lassen Sie sich Verfügbarkeitsstatistiken der letzten Jahre zeigen und fragen Sie nach dokumentierten Ausfallzeiten und deren Ursachen.

Eine Besichtigung des Rechenzentrums gibt Aufschluss über die tatsächlichen Sicherheitsmaßnahmen und die Qualität der Infrastruktur. Achten Sie auf redundante Systeme, professionelle Überwachung und die Qualifikation des Betriebspersonals. Referenzen ähnlicher Unternehmen aus Ihrer Branche können zusätzliche Sicherheit bei der Entscheidung geben.

Wie Telehouse bei der Colocation-Auswahl hilft

Als führender Colocation-Provider in Frankfurt bieten wir Ihnen die optimale Kombination aus Standortvorteilen, technischer Exzellenz und flexiblen Servicemodellen. Unser Rechenzentrum liegt direkt am wichtigsten europäischen Internetknoten, dem DE-CIX, und bietet Zugang zu über 400 Carriern und Cloud-Providern.

Unsere Colocation-Services umfassen:

  • Flexible Open Colocation von einzelnen Racks bis zu kompletten Installationen
  • Dedizierte Colocation-Bereiche als Cages, Räume oder ganze Stockwerke
  • 24/7 Remote-Hands-Service durch unser Network Operations Center
  • 100 % grüne Energie und höchste Sicherheitsstandards
  • DSGVO-konforme Datenverarbeitung nach deutschem Datenschutzrecht

Mit über 25 Jahren Erfahrung und als Teil der globalen KDDI Corporation verstehen wir die Anforderungen deutscher Unternehmen an moderne IT-Infrastruktur. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung zu Ihren Colocation-Anforderungen und erleben Sie die Vorteile eines erstklassigen Rechenzentrums im Herzen Europas.

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